Herzlichen Dank an Vicky von REWE International, dass wir zu Gast sein durften!
Wir waren 21 Personen vor Ort und 7 Personen Online dabei.
Vicky gab uns einen Blick hinter die Kulissen des Corporate Learning bei REWE International – einem Unternehmen mit rund 4.000 Filialen und etwa 80.000 Mitarbeiter:innen. Eine Größenordnung, in der Qualitätssicherung im digitalen Lernen schnell zur zentralen Herausforderung wird.

Ausgangspunkt war der interne eLearning Styleguide, mittlerweile rund 75 Seiten stark. Vicky beschrieb offen, dass die Einführung nicht nur auf Begeisterung stieß. Ein Regelwerk in dieser Form ist zunächst vor allem eines: ein Dokument, das gelesen werden müsste.
Interessant wurde es dort, wo der Styleguide selbst in die Arbeit hineinwandert. Im Einsatz ist inzwischen ein KI-Agent, der auf den Styleguide trainiert wurde. Er analysiert vorhandene Materialien – auch Bildmaterial – und gibt Rückmeldung dazu, wie Inhalte vermittelt werden können, welche Informationen ergänzt werden sollten und wo fachliche Fehler stecken. Auf dieser Basis kann er Entwürfe erzeugen, die sprachlich auf Niveau B1 formuliert und CI-konform gestaltet sind. Aus einem umfangreichen Dokument wird so ein Qualitätssystem, das im Arbeitsalltag mitläuft.
Ein wesentlicher Punkt der Diskussion: Technologie verstärkt, was bereits vorhanden ist. Ein schlecht konstruiertes Assessment bleibt schlecht, auch wenn es hervorragend analysiert wird. Gerade deshalb gewinnen didaktische Grundlagen und Qualitätskriterien an Bedeutung, nicht an Nebensächlichkeit.
Zum Abschluss ging der Blick nach vorn: wie wäre eLearning ohne SCORM-Pakete, ohne klassisches Lernmanagementsystem. Lernressourcen in der Cloud, jederzeit für alle abrufbar. Und statt Kurse abzuschließen, absolvieren Menschen Kompetenz-Checks – weil am Ende nicht die Teilnahme an einem Modul zählt, sondern die tatsächlich vorhandene Kompetenz.
Ob diese Entwicklung genau so eintritt, blieb offen. Die Frage, die sie aufwirft, begleitet die Community aber ohnehin: Was von dem, was wir heute selbstverständlich einsetzen, brauchen wir in einigen Jahren tatsächlich noch?
Neben dem Praxisbericht standen Eindrücke von der Learntec 2026, der Austausch zur Qualitätssicherung im eLearning sowie persönliche Erfahrungen mit KI-gestütztem Lernen auf dem Programm.
Erich und Helmut berichteten von ihrem Besuch der Learning Technologies Anfang Mai in London, die ihnen sehr gut gefallen hat; besser als die Learntec in Karlsruhe. Ein highlight war Sensei Project Solutions, die alles in MS Teams abbilden.
Bei einem vielfältigem Buffett ist das Treffen dann gegen 19:00 Uhr bei angeregten Gesprächen ausgeklungen. Danke an alle, die dabei waren und das Treffen somit bereichert haben!